Wer bei Google gefunden werden will, muss zuerst wissen, wonach seine Kunden überhaupt suchen. Genau dafür ist die Keyword-Recherche da: Sie ist das Fundament jeder erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung und jeder Anzeigenkampagne. Der Unterschied zwischen einem Suchbegriff mit hohem Volumen und einem, der tatsächlich Anfragen bringt, ist dabei größer, als viele denken. Diese Anleitung zeigt in fünf Schritten, wie du passende Keywords findest, bewertest und sinnvoll einsetzt, auch ohne teure Tools.
Was ist eine Keyword-Recherche und warum lohnt sie sich?
Bei der Keyword-Recherche ermittelst du die Begriffe und Fragen, die deine Zielgruppe bei Google eingibt, und prüfst, wie oft danach gesucht wird, wie stark der Wettbewerb ist und was die Nutzer damit erreichen wollen. Ohne diese Grundlage schreibst du Inhalte ins Blaue: Eine Seite kann inhaltlich hervorragend sein und trotzdem keinen Besucher bekommen, weil niemand nach genau diesem Begriff sucht. Mit einer sauberen Recherche dagegen erreichst du Menschen genau dann, wenn sie ein Problem lösen oder eine Kaufentscheidung treffen wollen.
Schritt 1: Ziel und Zielgruppe klären
Starte nicht mit einem Tool, sondern mit einer Frage: Was soll die Seite erreichen? Willst du Anfragen, Verkäufe oder Reichweite? Sammle anschließend erste Begriffe, die dein Angebot beschreiben, sogenannte Seed-Keywords, etwa „Webdesign“ oder „Steuerberater“. Notiere dazu auch die Wörter, die deine Kunden im Gespräch verwenden. Sie unterscheiden sich oft von der Fachsprache im Unternehmen.
Schritt 2: Keywords finden – mit diesen Quellen
Um Keywords finden zu können, die zu deinem Angebot passen, brauchst du mehrere Quellen. Die folgenden sind kostenlos oder mit wenig Aufwand nutzbar:
- Google Autocomplete und „Ähnliche Fragen“: Die Vorschläge in der Suchleiste und die Fragen-Boxen zeigen reale Suchanfragen.
- Google Search Console: Der Leistungsbericht zeigt, über welche Suchanfragen deine Seite bereits Impressionen und Klicks erhält. Ein kostenloses Keyword-Tool direkt mit deinen eigenen Daten.
- Google Trends: Mit Google Trends vergleichst du Begriffe und erkennst saisonale Schwankungen.
- Google Keyword Planner: Der Google Keyword Planner liefert Ideen, Suchvolumen-Schätzungen und Kostendaten. Er ist kostenlos, setzt aber ein Google-Ads-Konto voraus und zeigt das Suchvolumen häufig nur als grobe Spanne.
- Wettbewerber: Prüfe, für welche Begriffe konkurrierende Seiten ranken und welche Themen sie abdecken.
Wer ein Keyword-Tool kostenlos sucht, kommt mit Search Console, Trends und Planner bereits sehr weit. Bezahlte Tools liefern genauere Zahlen, sind für den Einstieg aber nicht nötig.
Schritt 3: Die Suchintention verstehen
Ein Keyword ist nur dann wertvoll, wenn die Absicht dahinter zu deinem Angebot passt. Schau dir deshalb die aktuellen Suchergebnisse an: Welche Art von Seiten ranken dort? Diese Übersicht hilft bei der Einordnung:
| Intention | Beispiel-Suchanfrage | Passender Inhalt |
| Informativ | keyword recherche durchführen | Ratgeber, Anleitung, FAQ |
| Navigational | mme-pro blog | Startseite, Markenseite |
| Kommerziell | beste seo agentur | Vergleich, Leistungsseite, Referenzen |
| Transaktional | seo agentur beauftragen | Angebotsseite, Kontaktformular |
Ranken für dein Keyword fast nur Ratgeberartikel, hat eine reine Verkaufsseite kaum eine Chance, und umgekehrt gilt dasselbe.
Schritt 4: Keywords bewerten und priorisieren
Nicht jedes Keyword mit hohem Suchvolumen ist ein gutes Keyword. Bewerte deine Liste nach vier Kriterien: Suchvolumen, Wettbewerb, Relevanz für dein Angebot und Nähe zur Kaufentscheidung. Besonders für neue oder kleine Websites lohnen sich Long-Tail-Keywords, also längere, spezifische Suchanfragen wie „Webdesign für Handwerksbetriebe in Limburg“. Sie haben weniger Suchvolumen, aber meist weniger Konkurrenz und eine klarere Absicht. Wer schnell erste Daten braucht, kann Begriffe vorab mit Google Ads testen und sieht anhand von Klicks und Anfragen, welche Keywords tatsächlich konvertieren, bevor Zeit in Inhalte fließt.
Schritt 5: Keywords den richtigen Seiten zuordnen
Zum Abschluss ordnest du jedem Keyword genau eine passende Seite zu und fasst verwandte Begriffe zu Themenclustern zusammen. Wichtig: Zwei Seiten sollten nicht auf dasselbe Keyword optimiert sein, sonst konkurrieren sie gegeneinander (Keyword-Kannibalisierung). Wie Titel, Überschriften und Texte danach sauber aufgebaut werden, haben wir in unseren 10 SEO-Tipps für bessere Rankings zusammengefasst.
Praxisbeispiel: Vom Seed-Keyword zur Seitenstruktur
Ein Malerbetrieb aus Limburg startet mit dem Begriff „Maler“. Der ist viel zu allgemein: Die Suchenden wollen mal Berufsinfos, mal Stellenangebote, mal einen Handwerker. Autocomplete und die Search Console zeigen konkretere Varianten. „Maler Limburg“ ist lokal und kaufnah, „Fassade streichen Kosten“ ist informativ mit klarer Kaufabsicht, „Wohnung streichen lassen Angebot“ ist transaktional. Daraus entsteht eine einfache Struktur: eine Leistungsseite für „Maler Limburg“, ein Ratgeber zu den Kosten einer Fassadenrenovierung und eine Angebotsseite mit Kontaktformular. Jedes Keyword hat damit genau eine Seite und eine klare Aufgabe.
Typische Fehler bei der Keyword-Recherche
- Nur auf das Suchvolumen achten: Hohe Zahlen helfen nicht, wenn die Absicht nicht zu deinem Angebot passt.
- Die Suchintention ignorieren: Der Inhalt muss zum Format passen, das Google für diese Suche ausspielt.
- Keine Fragen berücksichtigen: Suchanfragen werden länger und gesprächiger, auch durch KI-Suche. Fragen-Keywords werden dadurch wichtiger.
- Die Recherche nie aktualisieren: Suchverhalten ändert sich. Prüfe deine Keywords mindestens einmal im Jahr neu.
Wo deine Website aktuell steht, siehst du am schnellsten mit unserem kostenlosen Webseitencheck.

Häufig gestellte Fragen zur Keyword-Recherche
Ist der Google Keyword Planner kostenlos?
Ja, die Nutzung kostet nichts, du benötigst aber ein Google-Ads-Konto. Ohne laufende Kampagne zeigt der Planner das Suchvolumen oft nur in Bereichen statt als exakte Zahl.
Wie viele Keywords sollte eine Seite abdecken?
Ein Haupt-Keyword pro Seite, ergänzt um einige verwandte Begriffe und Fragen, die sich natürlich im Text ergeben. Reine Keyword-Listen schaden der Lesbarkeit.
Was ist ein Long-Tail-Keyword?
Eine längere, spezifische Suchanfrage mit meist niedrigerem Suchvolumen, aber geringerer Konkurrenz und klarerer Absicht, zum Beispiel „Webdesign für Arztpraxis in Wiesbaden“.
Brauche ich bezahlte Keyword-Tools?
Für den Einstieg nicht. Search Console, Google Trends, Autocomplete und der Keyword Planner reichen für eine solide Recherche. Bezahlte Tools lohnen sich bei größeren Projekten mit vielen Seiten.
Wie oft sollte ich die Keyword-Recherche wiederholen?
Mindestens einmal pro Jahr und zusätzlich vor jedem größeren Relaunch oder neuen Leistungsangebot. In schnell wechselnden Branchen auch häufiger.
Keyword-Recherche professionell umsetzen lassen
Eine gute Recherche spart Monate an Umwegen. Wenn du die Auswahl und Priorisierung nicht selbst übernehmen möchtest, unterstützt dich das SEO-Team von MME-pro von der Analyse bis zur Umsetzung. Vereinbaren Sie jetzt ein kostenloses Erstgespräch und finden Sie heraus, welche Suchbegriffe für Ihr Unternehmen tatsächlich Kunden bringen.